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Alfa Romeo


Der Mythos Alfa Romeo

Die Geschichte von Alfa Romeo beginnt in Portello, im Nordwesten Mailands, nahe der Strasse zum Simplon-Pass. Hier lässt der französische Automobilbauer Alexandre Darracq 1906 auf 36 Hektar Land ein modernes Automobilwerk errichten.

Doch die dort produzierten Lizenzprodukte bewähren sich nicht auf dem italienischen Markt. So übernehmen schon bald Geschäftsleute aus der Lombardei das Werk und gründen die Società Anonima Lombarda Fabricia Automobili (A.L.F.A.). Der Grundstein für die über neunzigjährige Produktion der faszinierenden Automobile aus dem Haus Alfa Romeo ist damit gelegt.

1910 verlässt der erste A.L.F.A. das Werk in Portello. Er stammt - wie die folgenden Modelle auch - aus der Feder des Konstrukteurs Giuseppe Merosi und hört auf die Bezeichnung 24HP.

Am Horizont ziehen die düsteren Wolken des Ersten Weltkrieges auf und machen Exportchancen mit einem Schlage zunichte. Die Personen- und Rennwagenproduktion weicht Rüstungsaufträgen. Dank der staatlichen Aufträge können die hohen Kosten für Werkzeuge und Löhne der nicht ausgelasteten Arbeiter abgefangen werden.

Gross ist das Unternehmen nicht, doch die gewinnbringende Rüstungsgüterproduktion verhilft der Firma nach dem Krieg zu einer Rückumstellung auf die Produktion ziviler Fahrzeuge. So fällt 1919 der Startschuss für die erneute Produktion edler Automobile, deren Wagen nun - um den guten Ruf der A.L.F.A.-Automobile zu nutzen - auf den wohlklingenden Namen Alfa Romeo hören. Dank der zuvor erwirtschafteten Gewinne und des Wirtschaftswachstums der Nachkriegszeit gedeiht Alfa Romeo zu einem der führenden Fahrzeughersteller Italiens.

Alfa Romeo, mit seinem Markenzeichen die Verbundenheit zum mailändischen Firmensitz demonstrierend, ist weiter auf allen wichtigen Rennstrecken vertreten. 1925 gewinnt Alfa Romeo die erste Weltmeisterschaft.

Der Börsenkrach am sogenannten schwarzen Freitag im Jahr 1929 treibt Alfa Romeo - wie unzählige andere Unternehmen auch - an den Rand des Ruins.

Drei Bombenangriffe haben 1943 das Stammwerk in Portello zu drei Fünfteln zerstört. Doch der Schutt macht einer neuen keimenden Hoffnung Platz. Mit Hilfe der 5.000 Angestellten wird das Werk wieder aufgebaut.

Mit Ende des Krieges geht ein schleichender Wandel im Fahrzeugbau einher. Die beginnende Massenmotorisierung macht eine Entwicklung von der Fahrzeugmanufaktur zum Serienhersteller notwendig.

1954 erscheint mit der 1,3-Liter grossen Giulietta der Alfa Romeo für den "kleinen Mann". Der Ausbau der Modellpalette nach unten erweist sich als richtig.

Ganz nach Art des Hauses stammen die Linien für die bildschönen Wagen aus der Hand von namhaften Designern und Karosseriebauern wie beispielsweise Pininfarina, Bertone und Zagato.

Die siebziger Jahre beginnen mit drei Sensationen aus dem Haus Alfa Romeo:

Es erscheint der spektakuläre V8-Sportwagen Montreal, dessen Form aus der Hand des Bertone-Zeichners Marcello Gandini stammt. Ausserdem präsentiert Alfa Romeo mit der Alfetta eine neue Limousinengeneration, deren Antriebstechnik auf die des gleichnamigen Formel 1-Renners zurückgeht, mit dem Alfa Romeo die ersten beiden Formel-1-WM-Titel erobern konnte. Die Transaxle-Bauweise - Motor vorne, Getriebe hinten - ist Basis für viele folgende Modelle bis hin zum Roadster RZ. Die grösste Attraktion hört jedoch auf den Namen Alfasud.

In der ersten Hälfte der achtziger Jahre besteht das Programm aus Spider, Alfasud, Alfasud Sprint und den auf dem Transaxle-Prinzip der Alfetta basierenden Modellen Giulietta, Alfetta, Alfetta GTV und Alfa 6. 1983 löst der Alfa 33 den Alfasud ab.

Rechtzeitig zum 75-jährigen Firmenjubiläum erscheint 1985 der Alfa 75 in den Schaufenstern der Alfa Romeo-Händler. Seine Keilform ist die Fortsetzung des optischen Auftritts der neuen Giulietta. Es ist der letzte Alfa Romeo, der im inzwischen gebeutelten Staatsunternehmen entsteht. Daher ist eine Übergabe in private Hand längst beschlossene Sache.

1986 gliedert Fiat die Firma in seinen Konzern ein.

Mit Erscheinen des keilförmigen Spider setzt Alfa Romeo mit eigenständigem Design einmal mehr Massstäbe im Roadster-Segment.

Parallel zum Spider erscheint der formal ähnliche GTV. Obgleich die beiden Sportler ihre Plattform mit einer Vielzahl weiterer Modelle gemein haben, werden sie mit einer aufwendigen Hinterachskonstruktion ausgerüstet, die ihnen zu sportwagentypischen Fahreigenschaften verhilft.

Mit der dynamischen Mittelklasse-Limousine Alfa 156 knüpft Alfa Romeo an die Tradition der Giulia an. Der attraktive Alfa sammelt von Beginn an Auszeichnungen und verhilft der Marke zu neuer Popularität. Der 156 entwickelt sich in kürzester Zeit zum Bestseller. Im Frühjahr 2000 wird der Berlina mit dem Sportwagen eine attraktive Kombiversion zur Seite gestellt.

Alfa Romeo wird die hohe Schlagzahl der Neuvorstellungen in den nächsten Jahren weiter aufrecht erhalten.

Bis 2007 sollen 16 neue Modelle folgen. Darunter sind nicht weniger als zehn komplett neue konstruierte Fahrzeuge.

Das umfasst die bis dahin komplett erneuerte Modellpalette, aber auch Modelle, nach denen der eine oder andere Alfista bislang vergeblich sucht. "Mit der Flut neuer Alfa Romeo erschliessen wir Markt-Segmente," so Ing. Daniele Bandiera, "in denen wir bislang noch nicht vertreten sind." Dazu gehören beispielsweise auch sportliche Allrad-Fahrzeuge.

Das erste komplett neue Modell ist das für Anfang 2004 avisierte viersitzige Coupé. Es führt die hauseigene Tradition unverwechselbarer GT-Fahrzeuge fort. Dank des mit dem Alfa Sportwagon gemeinsamen Radstand dürfen sich die zukünftigen Eigner über einen erfreulich grossen Nutzwert freuen. Entwickelt wurde die neue Optik unter der Federführung des Centro Stile Alfa Romeo gemeinsam mit Bertone.

Sportwagenfreunden steht weiterhin der kompromisslose, gemeinsam mit Pininfarina in Form gebrachte Alfa GTV zur Wahl.

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